Trauer um Franz Bridoux

Der Salier Verlag trauert um seinen Autor Franz Bridoux. Am 14. Januar starb der belgische Pädagoge, Autor und NS-Widerstandskämpfer. Er gehörte zu den Überlebenden des KZ Esterwegen, in das er 1943 als sogenannter „Nacht und Nebel“-Häftling deportiert worden war. In dem Lager war im selben Jahr von einigen Freimaurern die einzige bekannte KZ-Loge unter dem Namen „Liberté Chérie“ gegründet worden. Franz Bridoux war zu diesem Zeitpunkt, als 19-jähriger Fahnenflüchtiger und Widerstandskämpfer, zwar noch kein Freimaurer, gehörte aber zu den letzten Augenzeugen des Geschehens um diese Loge, über deren Geschichte und Mitglieder er später intensiv forschte. Der Mut und die Brüderlichkeit seiner Mithäftlinge hatten ihn sehr beeindruckt, so dass er 1966 selbst Freimaurer wurde, aufgenommen in der Loge „Les Amis Philantropes“ in Brüssel. In seinem Buch „Liberté Cherie – In Nacht und Nebel“, das in französischer und deutscher Sprache erschienen ist, legte er seine Forschungen dar und beschrieb die grauenvollen Zustände im KZ Esterwegen auch aus eigenem Erleben.
Im Vorwort seines Buches schrieb er: „Unsere Hoffnung ist, dass die Erinnerung an die Gründer der Loge ‚Liberté Chérie‘ uns wach hält, um uns den wieder aufziehenden Gefahren in den Weg zu stellen.“
Br. Franz Bridoux, geb. am 1. Januar 1924 in Péruwelz/Belgien, starb am 14. Januar 2017, im Alter von 93 Jahren, in Rixensart.