Rotarier unterm Hakenkreuz

Bastian Salier

Paul Erdmann

Rotarier unterm Hakenkreuz

Anpassung und Widerstand in Stuttgart und München. Historische Ermittlungen, ethische Einschätzungen.

ISBN: 978-3-943539-89-9
1. Auflage 2018
Buch, Hardcover, ca. 800 Seiten
Format: 17 x 24 cm
Preis: 28,90 EUR
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Wie geht ein Rotary Club mit einer Diktatur um? Das ist die zentrale Frage des Buches von Paul Erdmann. Ist die Lösung Anpassung, ist sie Gleichgültigkeit, ist sie Widerstand? Als zivilgesellschaftliche private Organisation mit ihren Prinzipien der Meinungs- und Religionsfreiheit sowie der Toleranz standen die Rotarier konträr zu den nationalsozialistischen Machthabern. Diese wollten zunächst von der Internationalität der Rotary Clubs profitieren und ihre Kontakte ins Ausland propagandistisch nutzen. Der Preis für eine Erhaltung der Clubs sollte die Trennung von ihren jüdischen, freimaurerischen, marxistischen, sozialdemokratischen und anderen „missliebigen“ Mitgliedern sein. Für Rotarier mit ihren Werten Freiheit, Gleichheit und Toleranz war das eine völlig inakzeptable Forderung. Dennoch „verschwanden“ zwischen 1932 und 1933 insgesamt 500 Namen aus den Mitgliederverzeichnissen – fast ein Drittel aller damaligen Rotarier. Das prominenteste Opfer: Der Schriftsteller und Nobelpreisträger Thomas Mann.

Doch wer waren die anderen? Wie viele von ihnen gingen freiwillig, weil sie um ihre Karriere fürchteten? Paul Erdmann analysiert exemplarisch, wie sich die Rotary Clubs Stuttgart und München zwischen 1933 und 1937 im Nationalsozialismus verhielten, welche Gratwanderung sie versuchten, welche Konflikte daraus entstanden. Das Fazit des Autors: Die Schwachen passten sich an, die Starken widersetzten sich – einige um den Preis der eigenen Vernichtung.

Ein wichtiges und notwendiges Buch über die deutsche Vergangenheit dieser großen weltweit vertretenen Serviceorganisation.

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