Salier Verlag Autor

Rahel Sanzara

Bastian Salier

Die am 9. Februar 1894 in Jena als Tochter eines Stadtmusikers geborene Johanna Bleschke erscheint in den allgemein bekannten Werken zur Literaturgeschichte nicht. Bestenfalls noch wird sie als zeitweilige Lebensgefährtin von Ernst Weiß, dem bedeutenden Autor und Jugendfreund Franz Kafkas, wahrgenommen. Als Tänzerin und Schauspielerin trat sie erstmals 1916 unter dem exotisch klingenden Pseudonym Rahel Sansara auf, das sie später, verändert zu Sanzara, auch als Autorin benutzte. Dies führte die Nazis zu dem Missverständnis, sie sei eine Jüdin. Den Irrtum aufzuklären fand sie zu schäbig. Auf der von Dr. Wolfgang Herrmann am 1. Mai 1933 herausgegebenen sogenannten „Schwarzen Liste“ zur „Aktion wider den undeutschen Geist“, bei der die Nazis zahllose Bücher aus den Bibliotheken entfernten und zu großen Teilen öffentlich verbrannten, standen neben vollen Namen wie Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger, Alfred Döblin, Egon Erwin Kisch, Jaroslav Hašek, Heinrich Mann, Irmgard Keun, einfach nur Nachnamen wie Roth, Gorki, Kesten, Werfel oder Weiskopf, unter diesen auch: Sanzara. Ihre Werke durften in Nazideutschland nicht erscheinen. Nachher blieb sie ein halbes Jahrhundert vergessen. Rahel Sanzara erlag am 8. Februar 1936 in Berlin einem Krebsleiden.


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