 |  | „In seinem Schaffen, ja in seiner ganzen Persönlichkeit lag etwas so Ungewöhnliches, dass er zuweilen aussah, wie aus der Urzeit des deutschen Volkes in die Gegenwart versetzt. Schon sein Äußeres gab das Bild eines kräftigen Germanen aus alter Zeit, das große Haupt, edel geformte Züge, der stattliche Wuchs, das schöne tiefe Auge, der starke Bart, die feste schmucklose Haltung. Noch auffallender wurde er, wenn man die Methode seiner poetischen Arbeit beobachtete: In seinem Innern eine leidenschaftliche Bewegung, der eines Inspirierten gleich; seine Empfindungen und Anschauungen nicht bloß poetisch, sondern zu gleicher Zeit sowohl musikalisch als malerisch, und zwar in so hohem Grade, dass sein poetisches Schaffen dadurch gehemmt wurde. In eigentümlichen Kämpfen rangen sich die Gebilde aus seiner Seele los. Während sie in ihm lebten, hörte er Klänge, sah er die Gestalten in Gruppen farbig vor sich, ja ihm begegnete in solcher Versunkenheit, dass sie ihm auch äußerlich sichtbar wurden, er schaute im Abendnebel den Luftgeist mit grauem Gewande seine Brust umziehen...“ (Gustav Freytag über Otto Ludwig)
Verlag: Salier Verlag ISBN: 978-3-939611-52-3 EUR 14,90 |